Freitag, 29. Mai 2015

Entlang der Donau...

... war ich dieses Jahr mit dem Rad unterwegs.
Mittlerweile ist es ja schon fast Gewohnheit, dass jährlich ein Radwanderurlaub stattfindet und so fiel dieses Jahr die Wahl auf den wohl sehr beliebten Donauradweg. Mit Erfahrungen aus den letzten drei Radwanderurlauben fällt es einem auch nicht mehr so schwer, zu entscheiden, was man in die zwei Radtaschen packt (die wirklich viel Stauraum haben) und letztendlich hatte ich Gepäck von ca. 13 kg dabei.

Da der gesamte Donauradweg etwas zu lang gewesen wäre für die Zeit, die uns zur Verfügung stand, entschieden wir uns für den angeblich beliebtesten Abschnitt zwischen Passau und Wien. Rein rechnerisch sollten das 320 km sein, die uns etwas zu wenig waren und so stiegen wir bei der Anfahrt mit der Bahn (die an diesem Tag Gott sei Dank mal nicht streikte) bereits in Straubing, ca. 100 km vor Passau, aus.

Es radelte sich wirklich super entlang der Donau, oft hatten wir Rückenwind und unsere Beine gewöhnten sich auch, wie jedes Jahr, ganz gut an die neue Herausforderung. Und so kam es, dass wir dennoch zu schnell voran kamen und kleine Abstecher zu Sehenswürdigkeiten abseits des Radweges machten. Dadurch legten wir nicht nur etwas mehr Strecke zurück, sondern auch einige Berge, die der Donauradweg so nicht zu bieten hat. 


Landschaftlich war auch dieser Radwanderweg wieder sehr schön. Wir fuhren an vielen Burgen, Ruinen, Schlössern und Kirchen vorbei, an Weinbergen und durch verträumte Orte. Dabei wurden wir begleitet von verschiedenen Wetterlagen, wie Sonnenschein, 30 Grad, bedecktem Himmel bis hin zum fiesen Regen. Aber ein Radwanderer hat ja die nötige Kleidung dabei und lässt sich nicht abhalten davon. Nach 7 Tagen kamen wir in Wien an, hatten dort dann noch einen Tag Aufenthalt um die Stadt zu erkunden und reisten pünktlich am Finaltag des Eurovision Song Contest wieder ab.

Schön war´s, diese Art von Reisen gefällt mir immer wieder, da man die Umgebung viel intensiver wahr nimmt und sich aktiv erholt.

Sonntag, 10. Mai 2015

Fotomarathon in Dresden

Bereits vor über zwei Wochen, am Samstag, den 25.04.2015, fand zum fünften Mal der Dresdner Fotomarathon statt - eine Veranstaltung für alle fotografierbegeisterte Menschen, die einfach einen schönen Tag in einer schönen Stadt verbringen und sich der Herausforderung stellen wollen, nicht "einfach mal so" auf den Auslöser zu drücken.
Denn Die Regeln sind nicht ganz ohne: In insgesamt fünf Stunden gilt es, zehn Tehmen fotografisch umzusetzen, wobei man die ersten fünf Themen zum Start erhält und später an einer vorgegebenen Zwischenstation die weiteren fünf Tehmen. Wer nun denkt, das ist doch machbar und ganz locker in fünf Stunden zu schaffen, der irrt sich, denn:
  • die Themen müssen in der vorgegebenen Reihenfolge fotografiert werden
  • es dürfen keine Löschlücken entstehen, d.h. wenn man Foto Nr. 4 seiner Meinung nach nicht optimal umgesetzt hat - Pecht gehabt - löschen ist nicht, sonst wird man disqualifiziert
  • die Fotos müssen im Querformat aufgenommen werden
  • beim ersten Foto muss die Startnummer enthalten sein, ob als Nummernschild, Hausnummer oder geschriebene Zahl ist egal
Ganz schön viele Dinge, die man in dem Moment beachten muss, wenn man den Auslöser drückt. Und ich sage Euch, da können locker einige Minuten vergehen, bis man sich das traut... Davor hat man eine viertel Stunde oder noch länger nach dem richtigen Objekt gesucht, dabei eigentlich ein super Objekt für die Umsetzung von Foto Nr. 4 entdeckt, aber da man erst bei Foto Nr. 2 ist, muss man diese Idee erst mal links liegen lassen... und hoffen, dass man dann später bei Thema Nr. 4 noch mal so eine Möglichkeit bekommt.


Während ich 2013 das erste Mal als Teilnehmer an den Start ging, recht unbeschwert und locker die geforderten Themen versuchte umzusetzen, was mir mal mehr und mal weniger gut gelang (fand ich, die Jury war erstaunlicherweise anderer Meinung und schickte mich auf einen Platz in den Top 10), stieß ich im letzten Jahr an meine kreativen Grenzen. Zu sehr forderte ich von mir selbst, wieder gute Ergebnisse abzuliefern, bloß keine Fehler zu machen und es kam wie es kommen musste: der Spaß stand nicht mehr im Vordergrund, mein Perfektionissmus dafür umso mehr und ich "verpatzte" (was ja im Auge des Betrachters liegt) so manches Bild, so dass ich freiwillig aus dem Wettbewerb ausstieg und gar keine Fotos ablieferte. Nicht gerade eine schöne Erfahrung für mich, aber wohl notwendig, um zu erkennen, dass man sich wohl oft selbst im Weg steht.

2015 solllte es nun wieder anders werden und ich nahm mir vor, gelassener an die Sache heranzugehen. Es soll Spaß machen, wenn mal ein Foto nichts wird, egal, davon geht die Welt nicht unter.

Ich hatte Glück und eine liebe Freundin begleitete mich an diesem Tag und war somit Unterstützung in vielerlei Hinsicht. Mit dem Rad ging es bei schönem Wetter zum Deutschen Hygiene Museum, wo die Startnummernausgabe und auch der Start war.


Gemeinsam mit ca. 200 anderen fotografierbegeisterten Menschen begannen wir um 13 Uhr unter dem Haupttheme "Dresdner Erfindungen" die ersten fünf Themen
  • Scherben bringen Glück (Startnummer muss enthalten sein)
  • Mal richtig Dampf ablassen
  • Synapsenkleber
  • Eine tragende Rolle
  • Gespiegelter Durchblick
umzusetzen. Dabei musste das Foto nicht zwingend mit dem Hauptthema in Verbindung gebracht werden. Kreativität war gefragt.
(Wenn man diese Themen jetzt hier so mit Abstand liest und sich in Ruhe und mit Zeit Gedanken darüber macht, dann fallen einem tolle Sachen ein, die man unter Zeitdruck und unter bestimmten Umständen einfach nicht hat bzw. nicht umsetzen kann.)

Wir versuchten uns nicht zu stressen, und wenn, dann nur positiv. Aber bis ich das erste Mal den Auslöser gedrückt hatte waren schon über 50 Minuten vergangen, und im Hinterkopf immer der Gedanke, wir müssen noch neun weitere Fotos machen. Die nächsten Fotos entstanden dann etwas zügiger, ... meistens zumindest. Man hat einfach zu manchen Themen mehrere Ideen, aber nicht die "perfekte" oder aber man hat erst mal gar keinen Schimmer, was man mit dem Thema anfangen soll.
Dennoch hatten wir viel Spaß, so einige lustige Momente und beschäftigten uns intensiv mit der Frage: Wie setzen wir das Thema um? - So ... oder doch lieber so... ach guck mal da hinten, das passt eigentlich auch... ach nee, lass uns doch noch mal ein Stück den Weg lang fahren, da hinten findet sich bestimmt was Besseres... mh... und so weiter... und so fort...

Am Zwischenziel bekamen wir dann die weiteren fünf Themen:
  • Immer eine Reise wert
  • Nur das Beste kommt durch
  • Ein bezauberndes Lächeln
  • Untersetzt und Angeschrieben
  • Ziehen lassen
So einigermaßen gut haben wir die Themen umgesetzt, finden wir. Zumindest sind alle im Querformat. Man glaubt gar nicht, wie oft ganz automatisch die Kamera gedreht wird und eh man sich versieht, ist ein Hochformat entstanden. Und wenn man sich die Fotos zu Hause am PC anschaut, entdeckt man so einige "Fehlerchen", die sich unbemerkt eingeschlichten haben.
Am Ende wurden die Fotos bei dem Team vom Fotomarathon Dresden abgegeben (als Kopie) und nun heißt es auf den 5. Juni warten, denn dann ist die Siegerehrung und die Fotos von allen Teilnehmern werden öffentlich hier ausgestellt. Da kann man mit Sicherheit staunen, was manche für Ideen gehabt haben.
Ich bin gespannt! - Und nächstes Jahr, am 30.04.2016, bin ich sicher wieder mit dabei! Manch einer von Euch vielleicht auch?