Montag, 29. September 2014

Ein Halstuch für Spike

Spike ist ein Hund, der mal schreckliche Dinge erlebt haben muss. Er lebt nun schon seit vielen Jahren im Tierheim und konnte nicht vermittelt werden. Viel zu ängstlich und vor allem bissig ist er, wenn ihm was zu viel wird. 
Meine Nachbarn haben es mit ihm versucht, haben so einige Nerven gelassen und geben trotzdem nicht auf. Spike hat schon ganz viele Fortschritte gemacht, auch wenn ihm fremde Menschen und Stöcke oder Schirme immer Angst machen werden. Aber er fasst Vertrauen und auch ich darf ihm immer mal mit Leckerlis eine Freude machen. Dann steht er schwanzwedelnd vor mir, freut sich und ist einfach nur glücklich. Und wenn man akzeptiert, dass es eben kein Schmusehund ist und auf seine Körperhaltung achtet, die genau zeigt, ob er etwas mag oder eben nicht, dann ist alles gut. Ist doch bei uns Menschen eigentlich nicht anders, dass uns auch mal etwas zu viel wird?

Und da ich Spike sehr ins Herz geschlossen habe sagte ich auch zu, als die Nachbarn mich fragten, ob ich ihm nicht mal ein Halstuch nähen möchte.

Heute haben wir es ihm übergeben und umgebunden.

Anfangs schaute er etwas verwirrt aber mittlerweile trägt Spike es wohl mit vollem Stolz durch die Wohnung und scheint zu begreifen, dass er ganz CHIC ist. Ich hoffe, das Tuch gibt ihm vielleicht auch etwas mehr Selbstbewusstsein!

Stoff von hier und vom Stoffmarkt, die Ränder habe ich mit doppelten Geradstich umnäht, das hat sich einfach so ergeben

Es war mir eine Freude, ein Tuch für Spike zu nähen.

Mittwoch, 24. September 2014

Me Made Mittwoch - Shirt Frau Karla

Endlich habe ich mal wieder ein Kleidungsstück für mich genäht - Zeit wurde es.
Der Schnitt lag schon lange hier rum, der Stoff ebenfalls seit März letzten Jahres.
Entstanden ist das Shirt Frau Karla von Schnittreif und dafür, so fand ich, eignete sich der Stoff besonders. 


Schon in einigen Blogs habe ich gesehen, dass die Querstreifen statt quer einfach schräg zugeschnitten wurden und somit ein völlig anderer optischer Effekt entsteht. Das wollte ich schon längst mal selbst probieren und mit diesem Shirt tat ich es nun auch. Dazu kommt, dass der Stoff auf der einen Seite breite und auf der anderen schmale Streifen hat. Dadurch kann man toll kombinieren. Außerdem ist der Stoff unheimlich weich und fällt schön, nur bezweifel ich, dass er lange hält. Er neigt jetzt schon dazu leicht zu fusseln. Das wäre schade, aber es ist halt auch "nur" ein günstiger Stoff vom Stoffmarkt.



Das Shirt mag ich trotzdem sehr, wobei der Ausschnitt für mich etwas gewöhnungsbedürftig ist. Ich mag es eigentlich nicht so, wenn man die BH-Träger sieht. Aber man soll ja offen für Neues sein.
Auch die Ärmel finde ich oben etwas eng, es geht gerade noch so, aber beim nächsten Mal würde ich sie ein kleines bißchen weiter machen. Ansonsten ist es aber ein richtiges Wohlfühlteil. Ich habe auch etwas mehr Länge dazugegeben als im Schnittmuster vorgesehen war, was mir echt gut gefällt.


Schnitt Frau Karla, Stoff vom Stoffmarkt

Und mit diesem Shirt mache ich heute auch mal wieder beim Me Made Mittwoch mit.


Ein besonderes Dankschön geht noch an meine liebe Freundin, die sich als Fotografin zur Verfügung gestellt hat und schöne Fotos machte. Auch war das praktisch, denn sie hat immer gleich gesehen, wenn ich bißchen etwas steif da gestanden haben oder der Stoff nicht so gut fiel. Wir haben jetzt beschlossen, dass wir solche Fotoshootings öfter machen, was für mich heißt, dass ich mehr nähen "muss" ;-)

Montag, 22. September 2014

Eine neue Handytasche...

... habe ich dringend gebraucht. Nachdem meine alte über ein Jahr gehalten hat ging sie nun langsam kaputt. Also habe ich mir eine neue, wieder nach dieser Anleitung, genäht.


Wieder mit KamSnaps verschließbar, dieses Mal habe ich aber auf beiden Stoffseiten Volumenvlies aufgebügelt. Dadurch ist die Tasche noch stoßsicherer.

Stoff ist von hier

So, dann ist mein Smartphone wieder einige Zeit sicher umhüllt und hübsch verpackt und für mich ist es eine Freude, es bei Gebrauch aus der selbstgenähten Hülle zu holen.

Ich wünsche Euch einen schönen Start in die Woche.
Liebe Grüße
Dani Ela

Montag, 1. September 2014

Sorgenfrei durch die Schulzeit

Letzten Samstag war in Sachsen Schuleinführung. Auch wir waren eingeladen und hatten neben einigen anderen Sachen auch eine selbstgenähte Schürze in die Zuckertüte gepackt. Früh morgens erreichte uns dann eine SMS, ob wir nicht noch so einen Sorgenfr**ser besorgen könnten, da der wohl sehnlichst gewünscht wird und die Enttäuschung sonst groß sei.

Ähm - ganz schön kurzfristig und ich war auch nicht dafür, so ein überteuertes und noch dazu hässliches Ding im Handel zu kaufen. Aber nähen? Die Schuleinführung begann am frühen Nachmittag.
Nach der SMS konnte ich eh nicht mehr schlafen und stöberte im Netz nach einer Anleitung, entschied mich dann, auch auf Grund der wenigen Zeit, für eine, die die Dresdner Blogger auch schon für einen guten Zweck verwendet haben, habe aber paar kleine Änderungen vorgenommen. Gut, dass man als Stoffsüchtige immer genug Vorrat hat, da fand sich auch was passendes. Und schon hatte ich das Wohnzimmer in ein kleines Chaos verwandelt und war mitten beim Nähen. (ja ja, da ist sie wieder, die Frau, die nicht nein sagen kann und dazu noch einen Hang zum Perfektionissmus hat - keine gute Mischung!)


An und für sich ging es ganz fix... und EIGENTLICH sah es auch ganz gut aus, bis ich dann beim Ausstopfen bemerkte, dass die Innennähte beim Fertigsstellen trotzdem sichtbar sind, wenn man den Reißverschluss öffnet. Ich war fix und fertig, las die Anleitung hoch und runter und stellte fest, das scheint so zu sein! Der Reißverschluss war die Wendeöffnung und damit liegen die Nähte einfach nur innen. Shit - so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber die Zeit war rum... und ich deprimiert. Noch dazu hatte ich mir auch einen kuscheligen Wellnesfleece rausgesucht, der richtig schön fusselte und sich schlecht einfassen ließ. Damit musste ich ein Ohr und einen Arm mit der Hand noch bißchen nachnähen. 

Der Mann fand das Monsterchen gut so wie es ist und meinte, ich mache mir viel zu viel Gedanken. Die Innenähte würde man gar nicht sehen.

 Stoff ist von hier
 
Und damit wurde das Monsterchen mit zur Schuleinführung genommen. Dort angekommen, erzählte uns die Mutter des kleinen Schulanfängers, dass dieser am Morgen gefragt hätte, ob wir auch zur Schulfeier kommen würden. Und dann erzählte er, dass er sich von uns einen Sorgenfr**ser gewünscht hat. (Ähm ja, wir hatten darüber gesprochen. Er hatte uns erzählt, dass er sich einen wünscht und auch erzählt warum und dass er blau sein soll. Und damit hatte er wohl gleich gedacht, dass er sicher einen bekommen würde von uns...).

Nach der Schulfeier wurde das Monsterchen überreicht und der kleine Schulanfänger nahm es leicht verlegen an sich und rief danach voller Stolz zu seiner Mutter: "Siehst du, ich hab doch gesagt, dass ich einen Sorgenfre**er bekomme!"

Etwas später wurde der Sorgenfr**ser an seine Ärmchen genommen und um seine eigene Achse gedreht und mir wurde etwas schlecht, da ich an die mit Hand nachgenähten Nähte dachte. Es hielt - fragt sich nur, wie lange, wenn das jetzt öfter gemacht wird (ich überlege ernsthaft, noch eins in Ruhe und als Ersatz zu nähen... hätte vielleicht auch gleich eins in Ruhe nähen und später verschenken sollen, aber mir tat es im Herzen leid, wenn der Kleine dann enttäuscht gewesen wäre...).

Zumindest kam dieses Model gut an und ich weiß nun, was ich beim nächsten Mal anders machen muss, damit keine Innennähte sichtbar sind. Hätte ich etwas mehr Zeit gehabt, hätte ich mir mehr Gedanken darüber gemacht und festgestellt, dass man "einfach" eine Art Tasche einnäht. So ist halt jetzt der gesamt Körper des Monsterchens eine Tasche. Dabei hoffe ich, dass da nie so viele Sorgen rein kommen!!!

Ich jedenfalls hätte an diesem Vormittag auch so ein Sorgenmonster bitter nötig gehabt ;-)